Die Impfung bei der Katze: Was ist neu, was bleibt?
Die Impfstoffe sind ein Mix aus verschiedenen, abgeschwächten Viren (sog. "Kombi- Impfung"). Darin enthalten sind Antigene (Wirkstoffe) gegen: - Parvovirose (Katzenseuche, Panleukopenie): Sie ist mit Schmutzpartikel übertragbar (Schuhe usw.) - Herpesvirus (Schnupfen, Augenentzündung) - Caliciviren (Fieber, Schnupfen, Maulentzündung) Zusätzlich kann man noch gegen die Leukose ("Katzen-Aids") und FIP (infektiöse Bauchwassersucht) impfen.
Gemäss neuesten Untersuchungen, ist der Impfschutz aber nicht bei allen Komponenten nach 1 Jahr vorbei. Bei der Parvovirose hält er 2 Jahre an. Im Gegensatz zu den Hundeimpfstoffen, sind von der "Kombi"-Impfung für die Katze noch keine Einzelkomponenten erhältlich. Daher bleibt das Impfschema noch unverändert: 9 Wochen: Kombi + Leukose 13 Wochen: Kombi + Leukose 16 Wochen + 20 Wochen: evtl. FIP jährlich: alle Komponenten (Kombi, Leukose und evtl. FIP)
"Sonderfall" Wohnungskatze Gemäss oben Gesagten kann bei Wohnungskatzen, die keinen Kontakt mit anderen Katzen und auch nicht ferienhalber in ein Tierheim gebracht werden, die Kombi-I mpfung alle 2 Jahre aufgefrischt werden. Voraussetzung ist eine gute Grundimmuni- sierung (mit 9 + 13 Wochen, und nach 1 Jahr). Damit aber keine Krankheitsprobleme unerkannt bleiben, empfiehlt es sich im impffreien Jahr einen Gesundheits-Untersuch machen zu lassen (Zahn-, Augen-, Ohren-, Herz-, Lunge-, Gewichts-Kontrolle).
Katzenschnupfen
Erreger: vor allem Viren (Herpes, Calici), aber auch Bakterien (Chlamydien). Meist enstehen noch zusätzliche Infektion mit anderen Bakterien, wenn Viren die Gewebe schon vorge- schädigt haben. Übertragung: Direkter Kontakt zwischen den Tieren. Aber auch Übertragung auf ungeborene Welpen möglich. Bis zum Ausbruch der Krank- heit dauert es 1-5 Tage. Infizierte Tiere können lebenslänglich Träger und Ausscheider der Viren sein und auch bei Stressituationen erneut erkranken. Symptome: Niesen, Nasenausfluss, Augenentzündungen, Angina, Husten, Bronchitis. Therapie: Nur symptomatisch möglich
Katzenseuche, Panleukopenie
Erreger: Parvovirus, hochgradig ansteckend Übertragung: Direkter Kontakt oder via Exkremente (Kot, Urin, Erbrochenes, Speichel); Das Virus kann jahrelang in der Umwelt überleben und ist sehr widerstandsfähig gegen Desinfektionsmittel! Die Viren können z.B. auch mit Schmutz an den Schuhen der Besitzer in den Haushalt gebracht werden. Es braucht 4-12 Tg. bis zum Ausbruch der Krankheit. Symptome: Plötzliche Todesfälle; Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen, stinkender Durchfall, Unfähigkeit zu trinken; Trächtige Kätzinnen: Absterben von ungeborenen Welpen oder Miß- bildung derselben. Therapie: Nur symptomatisch möglich
Leukose
Erreger: Retrovirus Übertragung: Mittels Speichel, auch beim Deckakt; Die Viren sind auch auf ungeborene Welpen übertragbar! Die Dauer bis zum Krankheitsausbruch ist sehr variabel und kann bis zu mehreren Jahren (!) betragen!! Symptome: chronischer Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Auszeh- rung, Lungenentzündung, Entzündung der Maulschleimhaut, Nierenentzündung; Entstehung von Leukämien, Blutarmut und Tumoren in verschiedenen Organen. Diagnose: Es können mittels Blutuntersuch Viruspartikel nachgewiesen werden. Dieser Untersuch wird auch vorgängig einer Impfung empfohlen.
FIP (Feline Infektiöse Peritonitis)
Erreger: Coronavirus Übertragung: Tröpfcheninfektion, Kot, evtl. auf ungeborene Welpen übertragbar. Symptome: Die meisten Katzen erkranken innerhalb des ersten Lebensjahres. Bei der „feuchten FIP“ kommt es zur Ansammlung von Flüssigkeit in Bauch- u./od. Brust- raum einhergehend mit hohem, unbeeinflußbarem Fieber. Bei der „trockenen FIP“ treten Störungen der Organe in den Vordergrund. Auch hier ist hohes, unbehandel- bares Fieber vorhanden. Ebenfalls kann das Nerven- system dabei betroffen sein. Impfung: Die FIP-Impfung ist bei Tierärzten und Experten umstritten.